Silvester (Feiertag)

Silvester BildDer Feiertag Silvester wird am 31. Dezember jeden Jahres begangen. Als Silvester ist er allerdings nur in einigen europäischen Ländern bekannt, auf Englisch nennt man ihn „New Year's Eve“.

Herkunft des Namens Silvester

Der Feiertag „Silvester“ ist nach dem Papst Silvester dem Ersten benannt, der am 31. Dezember 335 in Rom starb. Viele Jahrhunderte später, im Jahr 1582, stand eine Kalenderreform an. Der gregorianische Kalender (ebenfalls nach einem Papst benannt) löste den julianischen Kalender ab, für den noch Cäsar verantwortlich zeichnete. Im Zuge dieser Kalenderreform wurde auch das Jahresende vom 24. Dezember auf den 31. Dezember verlegt. Und da an diesem Tag Silvester der Erste verstorben war, nannte man den 31. Dezember folglich auch Silvester.

Verbreitung des Namens Silvester

Die Bezeichnung Silvester oder eine Variation davon hat sich nur in wenigen europäischen Sprachen für den 31. Dezember durchgesetzt: Im Französischen, im Italienischen, im Polnischen, im Tschechischen und im Deutschen. Auch in der Kunstsprache Esperanto nennt man den Tag so.

Nicht überall feiert man Silvester

Der Jahreswechsel als solches wird in fast allen Ländern der Welt gefeiert. Der Wechsel vom 31. Dezember auf den 1. Januar wird zuerst auf Samoa und der Insel Kiribati begangen. Als eine der letzten Orte auf der Welt wechselt Honolulu auf Hawaii die Jahreszahl. In einigen Gegenden der Welt, die einem anderen Kalender folgen, ist der 31. Dezember hingegen ein ganz normaler Tag. Das „chinesische Neujahr“ wird zum Beispiel erst einige Wochen nach Silvester eingeläutet, es findet jedes Jahr an einem anderen Tag statt, innerhalb einer Zeitspanne vom 21. Januar bis zum 21. Februar. Einige Gemeinschaften orthodoxer Christen, die weiter nach dem julianischen Kalender rechnen, feiern ihren Jahresanfang am 14. Januar.

Silvester in Deutschland: Aberglaube, Gemütlichkeit und Fernsehen

Die Traditionen, die mit dem Silvesterfest einhergehen, sind vielfältig und von Land zu Land ganz unterschiedlich. In Deutschland verbringt man den Silvesterabend meist in Gesellschaft anderer und wünscht sich einen „Guten Rutsch“. Traditionell wird mit Sekt angestoßen, aber das ist meist nicht das einzige alkoholische Getränk des Abends. Um „böse Geister“ zu vertreiben, werden Feuerwerke oder Böller gezündet. Das sind noch Relikte eines vorchristlichen Glaubens. Mit dem gleichen Argwohn mögen manche das „Bleigießen“ betrachten, eine Form des Aberglaubens, bei der aus Gießereien die Zukunft gelesen werden soll. Man ist neugierig, was das neue Jahr bringt. Im deutschen Fernsehen laufen traditionell am 31. Dezember der Sketch „Dinner for One“ in unzähligen Variationen: In diesem britischen Sketch betrinkt sich der Butler einer Lady fürchterlich, imitiert verstorbene Partygäste und ringt mit einem toten Tiger. Außerdem strahlen viele öffentlich-rechtliche Sender die Folge „Der Silvesterpunsch“ der deutschen Kult-Serie „Ein Herz und eine Seele“ aus, die besser als „Ekel Alfred“ bekannt ist. Seit Silvester 1970 hält außerdem der Bundeskanzler seine Neujahrsansprache.

Andere Länder, andere Sitten

In englischsprachigen Ländern hat sich die Volkswaise „Auld Lang Syne“ als Abschiedsgruß für das neue Jahr durchgesetzt. Häufig wird das Lied mit einigem Pathos interpretiert. Es handelt davon, alte Fehden ruhen und neue Freundschaften entstehen zu lassen. In Russland nimmt der 31. Dezember eine noch größere Rolle ein als in Deutschland. Da die Kommunisten Weihnachten verboten hatten, konzentrierten sich die Feier zum Jahresende auf den 31. Dezember. Der wurde in Russland traditionell mit der Familie verbracht. In Russland gibt es den Aberglauben, dass der erste Besucher im neuen Jahr ein Mann sein sollte, das verheißt Glück. Außerdem versuchen die Russen ohne Schulden ins neue Jahr zu gehen. In Spanien glaubt man, dass es Glück verheißt, mit roter Unterwäsche ins neue Jahr zu gehen. Außerdem isst man vorm Jahreswechsel mit jedem Schlag der Uhr eine Weintraube. Das passiert meist im Kreis der Familien, danach gehen die jüngeren Spanier auf Achse und treffen sich zu feuchtfröhlichen Feiern. In Island - wie in vielen anderen Ländern auch -, steht das Feuerwerk im Vordergrund einer öffentlichen Feier. Außerdem entzündet man zum Jahreswechsel auf der Eisinsel Freudenfeuer. In Österreich wird traditionell zur Mitternacht über die Rundfunkstationen das Läuten der Pummerin übertragen, der Glocke aus dem Stephansdom in Wien. Nach den Glockenschlägen folgt der Donauwalzer. Für viele Österreicher ist es liebgewonnene Tradition, zu den berühmten Klängen das Tanzbein zu schwingen. Im fernen Mexico schmückt man das Haus den Wünschen entsprechend, die man für das neue Jahr hegt. So steht „Rot“ für den Wunsch nach Liebe, die Farbe „Gelb“ drückt aus, dass man sich nach besseren Arbeitsbedingungen sehnt und wer sein Haus grün dekoriert, der möchte im neuen Jahr mehr Geld in der Tasche haben.

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